Austauschrunde von Auszubildenden der Freien Berufe mit Elke Büdenbender und Dr. Stephan Hofmeister
Der Bundesverband der Freien Berufe hatte am 16. September 2025 eine besondere Gesprächsrunde zur dualen Ausbildung bei den Freien Berufen initiiert und organisiert. Dafür konnte der BFB Elke Büdenbender, Juristin und Ehefrau des Bundespräsidenten sowie Schirmherrin der Initiative Klischeefrei gewinnen. BFB-Präsident Dr. Stephan Hofmeister, Elke Büdenbender und sechs Auszubildende aus den Bereichen Gesundheit, Recht, Steuern und Technik diskutierten über Chancen, Herausforderungen und notwendige Verbesserungen der dualen Ausbildung.
Erfahrungen der Auszubildenden
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer berichteten offen von ihren persönlichen Wegen und Beweggründen.
- Arnes Delic (20), angehender pharmazeutisch-kaufmännischer Angestellter, betonte seine Begeisterung für Pharmazie und erklärte:
Ich wollte etwas Sinnvolles machen und Pharmazie hat mich schon immer fasziniert. Meine Entscheidung für die Ausbildung bereue ich nicht.
- Jasmin Troitsch (21), angehende Rechtsanwaltsfachangestellte, schilderte die gesellschaftlichen Vorbehalte in ihrem Umfeld:
Ich komme aus einer Arbeiterfamilie und habe Abi gemacht. Viele haben nicht verstanden, warum ich eine Ausbildung wählte. Dabei ist eine duale Ausbildung ein wirklich schöner Start ins Berufsleben.
Weitere Beiträge kamen von Auszubildenden aus den Bereichen Medizin, Steuerberatung und Technik. Gemeinsam machten sie deutlich, dass es insbesondere an gesellschaftlicher Anerkennung, ausreichender Ausbildungszeit und klarer Berufsorientierung mangele.
Bedeutung der dualen Ausbildung
- Dr. Stephan Hofmeister unterstrich:
Eine Ausbildung ist kein Plan B, sondern eine Entscheidung mit Perspektive. Wir brauchen mehr gesellschaftliche Anerkennung für die duale Ausbildung und eine Berufsorientierung, die Vorurteile abbaut.
- Elke Büdenbender forderte ein Umdenken in der Bildungswahrnehmung:
Wir müssen endlich die Vorstellung hinter uns lassen, dass ausschließlich ein Studium eine gute Zukunft bedeutet. Kein Weg ist besser als der andere – beide führen zum Ziel.
- Sabine Fuhrmann, Vizepräsidentin der Bundesrechtsanwaltskammer, hob die praxisnahe Stärke der Ausbildung hervor: Sie sichere Fachkräftequalifikation, fördere Wettbewerbsfähigkeit und stärke regionale Strukturen.
Förderung durch das Azubi-Stipendium
Ronaldo Sievert (25), Auszubildender in einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und TidA-Stipendiat der ersten Stunde, berichtete von seinen Erfahrungen. Nach abgebrochenen Studium habe er bewusst die Ausbildung zum Steuerfachangestellten gewählt. Das Stipendium hat mir gezeigt, dass meine Entscheidung für eine Ausbildung wertgeschätzt wird und dass es sich lohnt, dranzubleiben
, erklärte er. Sievert sprach sich dafür aus, das derzeit noch in der Pilotphase befindliche Programm fortzuführen.
Stimmen weiterer Auszubildender
Auch Henriko Manuring (40), Medizinischer Fachangestellter aus Berlin, Darja Dorofeev (17), angehende Bauzeichnerin aus Illingen/Saarland, sowie Tim Petermeise (20), angehender Bauzeichner aus Stuttgart, schilderten ihre persönlichen Erfahrungen mit der Ausbildung. Ihre Beiträge rundeten das Gespräch ab und machten die Vielfalt der Ausbildungswege in den Freien Berufen deutlich. Damit Fachkräftesicherung gelingt braucht es individuelle und differenzierte Ausbildungsförderung.
Fazit
Die Gesprächsrunde in Berlin zeigte: Die duale Ausbildung in den Freien Berufen ist eine attraktive und zukunftsweisende Option, die jedoch noch stärker anerkannt und gefördert werden muss. Mit Programmen wie TidA sowie dem Engagement von Politik, Verbänden und Auszubildenden selbst kann die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung weiter gestärkt werden.